LTTA - learning through the arts

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Was ist LTTA?

Mit „Learning Through The Arts / LTTA“ startete die Pestalozzi-Grundschule Gersthofen in diesem Schuljahr in einer 1. und 3.Klasse die Veränderung der Lernkultur.


Die Bedeutung von LTTA
LTTA bedeutet, dass Lerninhalte des amtlichen Lehrplans durch die Künste - Tanz, Musik, Malerei, Bildende Kunst und Sprechkunst - den Kindern vermittelt werden. Zu diesem Zweck arbeiten Künstler und Klassenlehrer eng zusammen. Sie planen gemeinsam die Unterrichtsstunden und bereiten diese in enger Absprache vor.

Für die Kinder bedeutet LTTA Freude am Lernen.
Der Erfolg des Projekts, das 1994 am Royal Conservatory in Toronto gegründet und 2006 in Deutschland von Frau Dr. Petra Weingart von der Uni Würzburg eingeführt wurde, ist durch wissenschaftliche Studien untermauert worden. Diese zeigen, dass Lerninhalte deutlich länger behalten werden, Details sich besser einprägen und das Gelernte auch nach Jahren noch im Gedächtnis verfügbar bleibt.

LTTA Programm und Ziel der Schule
10 mal pro Schuljahr kommen Künstler in die LTTA Klassen und erarbeiten mit ihrer Kunst Inhalte aus den Kernfächern. Dadurch ist LTTA ein langfristig tragbares Programm, das die Künste und das Lernen eng verbindet. Durch die dreijährige Ausbildung von Lehrkräften und Künstlern und das häufige gemeinsame Arbeiten, können die Lehrkräfte nach und nach aus allen Künsten Arbeitsmethoden und Inhalte für sich adaptieren und in den eigenen Unterricht integrieren. Langfristig wird sich durch den Austausch der Lehrkräfte untereinander die Lernkultur im gesamten Schulhaus weiterentwickeln, so dass möglichst alle Kinder in den Genuss des Lernens durch die Künste kommen.


Pedro Cavalho - Besuch am 23.07.17

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„Du bist ja viel kleiner als ich!“ sagt die 5005 zur 1001!

LTTA in der 2.Klasse: Pedro Carvalho, Choreograf, Tänzer und Mathematiklehrer aus Portugal erarbeitete mit den Kindern Zahlbeziehungen. Die Schüler und Schülerinnen waren schon sehr gespannt, da sie mit Pedro Carvalho schon einmal gearbeitet hatten. Bereits nach den ersten Minuten war der Funke wieder übergesprungen und die Kinder hingen Pedro an den Lippen. Sie bewegten sich zu Zahlen, fanden Bewegungsmuster zu Einmaleinsreihen und erarbeiteten am Ende in Partnerarbeit kleine Geschichten, in denen zwei Zahlen in Beziehung zueinander treten. Erstaunlich, wie die Schülerinnen und Schüler Mathematik in anderen Dimensionen denken und kreativ mit dem Zahlenraum, nicht nur mit dem Zahlenraum der 2.Klasse, umgingen!

Pedro Cavalho - Besuch am 30.09.16

Die 24 Kinder der Klasse 2d aus der Pestalozzischule Gersthofen waren schon am Morgen aufgeregt. „Heute ist LTTA-Tag!“ ruft Max den anderen zu. Seit gut einem Jahr nehmen zwei Klassen der Pestalozzischule Gersthofen an diesem Projekt teil. Bei LTTA - Learning Through The Arts - unterrichten speziell ausgebildete und qualifizierte Künstler Unterrichtseinheiten, die sie zuvor in enger Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer entwickelt haben. Die Künste fungieren quasi als Katalysator beim Lernen in den Kernfächern Mathematik, Sprachen, Deutsch, Heimat- und Sachunterricht etc.
Für die Schüler hat es den Vorteil, dass sie so die Lerninhalte oft besser verstehen, verarbeiten und nachhaltig speichern können. Woher kommt LTTA eigentlich? Dr. Peter Simon, Präsident des Royal Conservatory in Toronto führte LTTA als ein Werkzeug ein, mit dem Lehrer kunst-basierte Techniken benutzen, um die Kernfächer zu lehren. 2006 brachte Prince Charles das Programm ins Vereinigte Königreich und in Deutschland wurde das Projekt dann 2008 von Dr. Petra Weingart, Lehrerin, Kunstpädagogin und Dozentin am Zentrum für Lehrerbildung an der Universität Würzburg, eingeführt. Seitdem wird LTTA in allen Schularten an 23 Schulen mit 54 Klassen mit 1.300 Schülerinnen und Schülern durchgeführt. An der Universität Würzburg findet für die Junglehrer deshalb ein Methodenlehrgang zu LTTA für alle Lehrämter statt. Heute ist in der 2d der Pestalozzischule im Fach Mathematik das Thema Symmetrie und Symmetrieachse dran. Mathematiklehrer und Tanzpädagoge Pedro Carvalho aus Portugal (Mentor-artist Barbara Mahler übersetzt gekonnt) versteht es, die Kinder von der ersten Minute an zu begeistern. Hier ist Mathematikunterricht nicht mit „Buch auf - Hefteintrag“ verbunden, sondern die Kinder erfahren die Symmetrie am eigenen Körper, zusammen mit dem Partner, in der ganzen Gruppe und in Verbindung mit Musik. Da vergeht die Zeit schnell und Petra Weingart und Lehrerin Karin Mayer staunen, wie die Kleinen konzentriert bei der Sache sind und miteinander die mathematischen Grundlagen der Symmetrie erarbeiten. LTTA bedeutet auch, dass durch diese besondere Arbeitsweise Lerninhalte viel länger behalten werden, weil sie über verschiedenen Kanäle für die Kinder erfahrbar gemacht werden. Die Lehrerin nimmt viele Anregungen für die Fortsetzung des Themas und für ihren eigenen Unterricht mit, die regelmäßige Fortbildung für die LTTA - Lehrer folgt diese Woche. „Schade, dass die Turnstunde vorbei ist!“, heißt es am Ende bei den Kindern. Dass sie eine Stunde lang Mathematik gemacht haben, haben sie gar nicht gemerkt.

„the mud puddle“ mit Nicole Fougère (Toronto)

Die Schlammpfütze (story telling)
Eine LTTA - Stunde in der 1.Klasse mit der Künstlerin Nicole Fougère aus Toronto

Wie kann ich eine aufdringlichen Schlammpfütze los werden?
Die Antwort haben wir durch und mit der Tänzerin Nicole Fougère aus Kanada gefunden.

Die Pfütze erweist sich für die kleine Jule Anne mit der Zeit als aufdringliches Wesen und immer, wenn Jule Anne wieder sauber angezogen aus dem Haus kommt und in Ruhe spielen will, hat die eklige Schlammpfütze sie schon ausgemacht und springt das Mädchen einfach an. Immer wieder läuft sie dann ins Haus, beklagt sich bei ihrer Mutter über die Pfütze und wird gewaschen und wieder sauber angezogen. Am Ende aber lässt sich Jule Anne etwas einfallen und verjagt die dreckige Schlammpfütze durch einen klugen Trick!

Die lustige Geschichte des Autors Robert Munsch wird mit Hilfe von tänzerischen Bewegungen mit den Kindern erarbeitet und durchdrungen. Nicole holt die Kinder immer wieder professionell ins Geschehen und bewegt sich dabei selbst geschmeidig und anschaulich durch die Turnhalle. Am Ende fassen die Kinder den gesamten Ablauf der Geschichte in einer Bewegungsfolge zusammen. Mit welch großer Freude, Kreativität, Ernsthaftigkeit und Konzentration sich die Kinder der Klasse 1d dieser anspruchsvollen Thematik näherten, spiegeln die Bilder etwas wider.

Eine bleibende Erfahrung für die Kinder und die begeisterten Zuschauer!


Zur Person:
Nicole Fougère, eine sehr erfahrene LTTA Mentor-Artistin aus Toronto (Kanada) be­schäf­tigt sich seit langem mit der Ent­wicklung von ganz­heit­lichen Lern­methoden, die Kunst im täg­lichen Unter­richt berück­sich­tigen. Zu die­sem Thema hält sie nahezu welt­weit Fort­bil­dungen für Lehrer und Künstler in Groß­britan­nien, USA, Deutsch­land, Finn­land, Schwe­den, Kambodscha und Kanada.

LTTA - Mentorenstunde mit Nicole Fougère (Toronto)


Am 18.Januar 2016 erleben die Kinder unserer LTTA Klassen einen ganz besonderen Unterricht.

Nicole Fougère, LTTA-Mentor-Artist und LTTA-Teamchefin am Royal Conservatory of Music (RCM) in Toronto, hält mit den Kindern der Klassen 1d und 3c jeweils eine LTTA-Unterrichtsstunde. Seit 1999 hält sie Fortbildungen für Lehrer und Künstler in Großbritannien, USA, Deutschland, Finnland, Schweden, Kambodscha und Kanada. Gegenwärtig ist sie Leiterin von Künstler-Fortbildungs-Programmen und leitet die Entwicklung und Umsetzung von Schulungen für Kunstpädagogen. Außerdem arbeitet sie im Programm für frühkindliche Erziehung im RCM, erarbeitet dort Lehrpläne und leitet die Einführung eines neuen Lehrgangs für frühkindliche Erziehung.

Die Klasse 1d wird sich im Bereich „Storytelling“ auf neue Lernwege begeben. Das Thema der Stunde von Nicole Fougère lautet: „The mud puddle“ und ist eine „Erzählkunst“-Geschichte. In unserem neuen Lehrplan Plus sind die Bereiche „Sprechen und Zuhören“, „mit Texten umgehen“ und „Sprache untersuchen“ drei von vier übergeordneten Zielen, somit freuen wir uns auf diese neue Art des Erzählens. Die Klasse 3c begegnet dem Thema "Symmetrie“ auf neue Art und Weise.

Wir alle sind schon ganz gespannt, welche Entdeckungen die Kinder machen werden.

Künstlerstunde zum Buchstaben „R“

Die Malerin und „Mentor-Artist“ Barbara Mahler erarbeitete mit der Klasse 1d den Buchstaben Rr. Auf verschiedenen Wegen versuchte sie, die Lernkanäle der Kinder anzusprechen. So sollten die Kinder beim Erzählen einer Geschichte die beiden Stabpuppen Rosalie und Röterich bei jedem gehörten Rr hüpfen lassen. Später durften die Kinder ein Rr - Bild malen und dabei natürlich nur Farben benutzen, die ein „Rr“ im Wort haben (etwa rot, grün, braun, schwarz, rosa, grau). Zwischendurch holte Frau Mahler die Kinder im Kreis zusammen und ließ die Kinder nach einer Melodie auf dem „Hang“ (so heißt das Instrument, das wie ein Schildkrötenpanzer aussieht) ihre Eindrücke mitteilen. Am Ende der Doppelstunde spazierten alle hinter Frau Mahler im Gänsemarsch an den Gruppentischen vorbei und konnten so die „Kunstwerke“ der anderen Kinder begutachten und vergleichen. Viel zu schnell war die Zeit vergangen! Ans Rr werden sich die Kinder bestimmt immer besonders gut erinnern!
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